Das "Hohelied der Liebe" für die Therapie

Heute habe ich in einem Stapel alter Unterlagen einen schönen Text gefunden, der früher in meiner Praxis an der Wand hing. Der Text gefällt mir immer noch und darum zitiere ich ihn hier mal ...

Ähnlichkeiten zu Texten aus der Bibel sind natürlich "rein zufällig". :-)

Von Heinz Köllermann, Freiburg:

Mein therapeutisches Credo

Wenn ich mit Berater- und Therapeutenzungen redete und hätte keine Liebe,
so wäre ich ein kalter Techniker oder eine Feedback-Maschine.
Und wenn ich analysieren könnte und hätte volle Bewusstheit,
so dass ich wunderbare Erfolge erzielen könnte, und hätte keine Liebe,
so wäre ich nichts.
Und wenn ich mein ganzes Geld für Fortbildung ausgäbe und alle meine Kraft
in der Beratung einsetzte und hätte keine Liebe,
so wäre alles umsonst.

Die Liebe geht mit dem Prozess und ist wie ein Freund;
die Liebe hat keinen therapeutischen Ehrgeiz,
sie "macht" nicht irgendwas, sie nimmt sich nicht zu wichtig.

Sie hat Zeit, sie will sich nicht selbst befriedigen, sie erträgt Frustrationen,
sie nimmt Aggressionen nicht persönlich.
Sie ist weder sadistisch noch parteiisch, sie schätzt Offenheit.
Sie hält der Wirklichkeit stand.
Die Liebe überdauert alle therapeutischen Schulen; denn alle unsere Einsichten sind begrenzt und vorläufig.
Im Himmel wird es keine Psychotherapie mehr geben.

Vertrauen, Hoffnung, Liebe bleibe; aber am Wichtigsten ist die Liebe.

Ein Text wie aus einer anderen Zeit, sicher mit einem anderen theoretischen Hintergrund aber ich mag ihn.

Wie geht es Ihnen?



Kommentar veröffentlichen

Beliebte Posts aus diesem Blog

"Die Tafeln von Chartres" - Meditieren mit schielenden Augen.

Was verraten uns unsere Träume über uns?

Meditation: Jetzt geht es los